Öko­systeme

Energie & Emissionen

Professor Hans Joachim Schellnhuber CBE,
Director Emeritus of the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)

Die Bedrohung der Welternährung durch klimabedingte Dürren, Fluten, Missernten lässt sich nur dann noch beherrschen, wenn wir die globale Erwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius begrenzen. Das bedeutet: Der Ausstoß von Treibhausgasen muss bis 2050 weltweit auf null gedrückt werden. Hier trägt auch der Lebensmittelhandel als vitaler Teil unserer Wirtschaft Verantwortung. Die Schwarz Gruppe sollte deshalb einen angemessenen Beitrag zur Stabilisierung unseres Klimas leisten. Dafür braucht sie einen robusten Plan zur raschen Reduktion ihrer Emissionen bei der Kühlung, der Beleuchtung, der Verteilung, ja, der Produktion ihrer Waren. Damit auch unsere Enkel sicher leben und gut essen können.

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1.184

Kaufland- und Lidl-Filialen sind jeweils mit mindestens einer E-Ladestation ausgestattet

793.731

Photovoltaikanlagen betreibt die Schwarz Gruppe. Das entspricht einer Fläche von 111 Fußballfeldern

Umsetzungen und Maßnahmen

Im Berichtszeitraum hat die Schwarz Gruppe die Verfügbarkeit von E-Ladesäulen auf den Parkplätzen der Kaufland- und Lidl-Filialen weiter ausgebaut. Zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 waren 308 Filialen in Deutschland mit jeweils mindestens einer E-Ladestation ausgestattet, deren Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt. Gruppenweit waren es 1.184 Filialen. Bei Lidl sind in Deutschland derzeit weitere 72 Filialen im Bau und rund 200 in Planung.

Kaufland strebt an, bis 2028 jährlich 20 eigene Standorte sowie ausgewählte Mietstandorte mit E-Ladestationen auszustatten und allein bis Ende 2020 eine Zahl von 136 mit Grünstrom betriebenen E-Ladestationen zu erreichen. Gemeinsames Ziel ist, dass mittelfristig an jeder eigenen Filiale in Deutschland eine E-Ladesäule steht.

Die Schwarz Gruppe treibt die Energie- und Mobilitätswende voran, indem sie die Verfügbarkeit von E-Ladesäulen bei den Kaufland- und Lidl-Filialen weiter ausbaut.
Die Schwarz Gruppe treibt die Energie- und Mobilitätswende voran, indem sie die Verfügbarkeit von E-Ladesäulen bei den Kaufland- und Lidl-Filialen weiter ausbaut.

Die Handelssparten stellen in Kooperation mit dem E-Mobilitätspartner WeShare auch nachts ihre Ladesäulen zum Aufladen zur Verfügung – bislang in Berliner Filialen. Die Kooperation soll auf weitere Großstädte in Deutschland ausgeweitet werden. Durch den massiven Ausbau wird die Schwarz Gruppe zum Betreiber des größten E-Ladenetzes im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Darüber hinaus verfügt Kaufland auch an knapp 60 Filialen weiterer Landesgesellschaften, u.a. in Tschechien und Rumänien, über E-Ladesäulen.

Klimaschutz durch Energieeffizienz – das Spektrum an entsprechenden Maßnahmen bei der Schwarz Produktion und den Kaufland Fleischwerken ist vielfältig: Sie reichen von flächendeckendem Ausrollen von Beleuchtungsmaßnahmen mithilfe von LED-Leuchtmitteln und Druckluftmaßnahmen mit einer sogenannten Airleadersteuerung bis hin zur Konzeption komplexer Energienetzwerke am Standort Übach-Palenberg.

In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 führten Maßnahmen der Schwarz Produktion zur energetischen Verbesserung insgesamt zu Einsparungen von über 17.000 Megawattstunden im Jahr – das entspricht einem jährlichen (Strom-)Verbrauch von rund 7.000 Zwei-Personen-Haushalten.

Auch bei den Filialkonzepten der Handelssparten spielt Energieeffizienz eine wichtige Rolle, beispielsweise durch Nutzung der Abwärme von Kälteanlagen. Bei Kaufland und Lidl wird teilweise die Abwärme der Kühlmöbel und Kälteanlagen für die Heizung der Gebäude genutzt und auf fossile Energieträger verzichtet.

Die Umsetzung des langjährigen Engagements zeigt sich bei Kaufland beispielsweise in der Gesamtanzahl von bereits 241 Filialen international mit sogenannten Kälte-Klima-Verbundanlagen (KKV). Zur weiteren Reduzierung von CO2-Emissionen werden die Kühlmöbel an vielen Stellen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan oder mit CO2 betrieben.

Kaufland unterstreicht sein Engagement für Klimaeffizient durch den Einsatz von Kälte-Klima-Verbundanlagen (KKV).

Ein weiteres Beispiel für die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz ist eine im Berichtszeitraum neu eingeführte Backstation eines Herstellers. Alte Backstationen dieses Fabrikats werden sukzessive durch das neue Modell ersetzt. Dies betrifft vorerst Lidl-Filialen in Deutschland, Portugal und der Slowakei. Das neue Modell verbraucht nach zwei Optimierungsphasen heute rund acht Prozent weniger Energie als sein Vorgänger. 

Die energieeffiziente Backstation wird aktuell auch in den Niederlanden, Polen, Zypern und Griechenland getestet. Perspektivisch ist der Einsatz in fünf weiteren Ländern möglich. Derzeit wird an der Verbesserung der Energieeffizienz bei den anderen Backstationlieferanten gearbeitet. 

Die Schwarz Gruppe legt bei ihrer Expansion großen Wert auf eine energieeffiziente und nachhaltige Bauweise ihrer Filialen, Verwaltungsgebäude und Logistikzentren und bezieht entsprechende nationale und internationale Standards für nachhaltiges Bauen ein. Bei Neubauten von Filialen in Deutschland berücksichtigt Lidl die Anforderungen für das Gold-Zertifikat der DGNB. Das Lidl-Logistikzentrum im niederländischen Waddinxveen ist mit dem BREEAM-Gütesiegel „Outstanding“ ausgezeichnet.

Auch eine Lidl-Filiale in Rumänien – zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts das am höchsten bewertete Verkaufsgebäude – ein Verwaltungsgebäude der Zentrale sowie Logistikzentren in Griechenland, den Niederlanden und Großbritannien sind BREEAM zertifiziert. Darüber hinaus sind zahlreiche Filialen der Handelssparten nach EDGE zertifiziert. Dies betrifft bei Lidl 36 Filialen in Litauen, 89 Filialen in Bulgarien sowie sämtliche Filialen in Rumänien.

Bei Kaufland verfügen 48 Filialen in Bulgarien und ein Markt in Rumänien über die Zertifizierung. Eine Erweiterung auf weitere Standorte in Rumänien und der Republik Moldau ist geplant. Zudem wurde die US-Zentrale von Lidl in Arlington, Virginia 2017 nach LEED zertifiziert. 2019 hat Lidl Italien sein erstes Lager mit einer LEED-Zertifizierung in Gold eröffnet. Im selben Jahr wurde die Lidl-Zentrale in Serbien sogar mit LEED Platin ausgezeichnet – und ist damit das erste Gebäude im Land mit einer entsprechenden Zertifizierung. Neben dem Fokus auf Expansion wird die Verbesserung der Energieeffizienz bei Kaufland und Lidl auch bei der Renovierung von Bestandsimmobilien berücksichtigt.

Das Lidl-Lager in Italien ist mit dem Zertifikat LEED Gold ausgezeichnet.

Zur Umsetzung einer nachhaltigen Logistik verfolgt die Schwarz Gruppe im Rahmen ihrer gruppenweiten Logistikstrategie vielfältige Maßnahmen und Ansätze. Der Auslastung von LKW und der Optimierung von Fahrtwegen kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Durch eine kontinuierliche Vernetzung aller Transportverkehre der Sparten sollen so künftig Emissionen weiter eingespart und Ressourcen effizienter genutzt werden.

Bei den Produktionsbetrieben steht für den Transport der produzierten Waren zu den Handelssparten neben dem Einsatz moderner Fahrzeuge vor allem die Verringerung der Transportdistanzen im Vordergrund. Dieses Kriterium ist die Grundlage für Investitionsentscheidungen der Schwarz Produktion. So wurde in den vergangenen Jahren das Produktionsnetzwerk der Getränkewerke überarbeitet und dadurch die Transportdistanzen deutlich verringert.

Kaufland engagiert sich bereits seit 2013 im Rahmen der Umweltinitiative Lean and Green, die das Ziel verfolgt, innerhalb von fünf Jahren die Treibhausgasemissionen in Logistikprozessen um 20 Prozent zu reduzieren. 2016 wurde Kaufland Deutschland für die im Zeitraum 2010–2015 erreichte CO2-Reduktion von 30,3 Prozent mit dem Lean and Green First Star ausgezeichnet. 2019 erhielt Kaufland zusätzlich den Lean and Green Second Star für das weitreichende Engagement, u.a. für das gemeinsam mit Kooperationspartnern durchgeführte Projekt „Fuhrparksharing“.

Lidl Deutschland hat 2018 einen Lean and Green First Star erhalten. Auch zahlreiche Landesgesellschaften setzen Maßnahmen für eine nachhaltige Logistik um: So hat Lidl beispielsweise in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Italien, Finnland oder der Slowakei Kooperationen mit Dienstleistern für einen klimaschonenden Transport der Handelsware mit elektro-, gas- oder Biomethan-betriebenen Lkw abgeschlossen. In Rumänien und Bulgarien hat Kaufland 2019 allein durch die Umstellung bei der Anlieferung von Papiertransporten – vom Lkw auf die Schiene – eine Gesamtersparnis an Transportemissionen von 348 Tonnen CO2-Äquivalenten erzielt.

Als ein Baustein für eine klimaschonende Energieversorgung kompensiert die Schwarz Gruppe für einzelne Standorte oder in Landesgesellschaften die CO2-Emissionen. So soll der komplette Verbrauch von Strom und Gas der derzeit im Bau befindlichen neuen Hauptverwaltung von Lidl Deutschland in Bad Wimpfen klimaneutral durchgeführt werden.

Für die Wärmeversorgung wurde dies bereits umgesetzt. Die Landesgesellschaften von Lidl in der Schweiz und in Schweden haben sämtliche eigenen Aktivitäten der Kategorien Scope 1 und 2 sowie teilweise der Kategorie 3 klimaneutral gestellt.  

Der Verbrauch von Strom und Gas der neuen Hauptverwaltung von Lidl in Deutschland wird klimaneutral durchgeführt werden.

Für alle Sparten wurde darüber hinaus im Geschäftsjahr 2019 der gesamte Dienstwagen-Fuhrpark in Deutschland klimaneutral gestellt und erhält ein Kompensationszertifikat nach dem CER Goldstandard. Die kompensierte Emissionsmenge betrug 2019  rund 63.000 Tonnen CO2-Äquivalente.

Wasser & Meer

Günther Bonin,
Vorstand One Earth – One Ocean e.V.

Als One Earth – One Ocean e.V. blicken wir mit Sorge auf das Thema Wasser. Die Verschmutzung der Weltmeere, Flüsse und Seen gefährdet die darin lebenden Organismen und ist eine der größten Herausforderungen für unsere globale Gesellschaft. Geschätzte 150 Millionen Tonnen Plastik befinden sich bereits in unseren Weltmeeren, jedes Jahr gelangen mehr als zehn Millionen Tonnen hinzu. Beim Thema Wasserverschmutzung spielen häufig viele verschiedene Faktoren zusammen – und der Handel ist durch seinen enormen Plastikverbrauch für einige davon mitverantwortlich. Im Kampf für saubere Weltmeere ist die Schwarz Gruppe daher ein wichtiger Partner – mit enormem Potenzial.

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Chemikalien Non-Food:
Bis Ende 2030 wollen wir eine gesundheits- und umweltverträgliche Chemikalienverwendung in der Produktion unserer Eigenmarken anstreben. Dazu werden wir weiter an der Einhaltung unserer Detox-Commitments auf Basis einer einheitlichen Stoffverbotsliste (MRSL) für die Produktion unserer Textilien und Schuhe arbeiten.

25,8

pro Mitarbeiter

11.550.731

gesamt

Umsetzungen und Maßnahmen

In der Textilproduktion gehört Wasser zu den am stärksten eingesetzten Ressourcen, auch der Einsatz von Chemikalien ist höchst relevant. Die Handelssparten der Schwarz Gruppe und die Schwarz Beschaffung legen ein entsprechendes Augenmerk auf einen verantwortungsvollen Ressourceneinsatz in den textilen Fertigungsstätten in China und Bangladesch, Asien. Dazu zählen neben Einsparungen im Energie- und Chemikalieneinsatz auch die Senkung des Wasserverbrauchs und eine umweltverträgliche Entsorgung von Abwasser und Abfällen. Mithilfe von Schulungen vor Ort werden die Lieferanten und Produzenten gezielt weiterentwickelt und sensibilisiert.

Kaufland startete im Jahr 2019 ein Projekt, bei dem schwerpunktmäßig Chemikalien im Abwasser untersucht und Lösungen zur Optimierung des Chemikalienmanagements in den Produktionsstätten erarbeitet werden. Die Kaufland Nachhaltigkeits-Initiative wurde in enger Kooperation mit einer Universität in Bangladesch, Lieferanten aus unterschiedlichen Produktionsstufen sowie Testinstituten durchgeführt und richtet sich auch an Studenten, denen Umwelt und Ressourcenschonung am Herzen liegen. Kaufland plant, die Nachhaltigkeits-Initiative künftig weiter zu etablieren.

Im Rahmen des innovativen und auf mehrere Jahre angelegten Projektes PURE, das Lidl als Konsequenz des eigenen Detox Commitments initiiert hatte, schulten lokale Experten die Mitarbeiter von Lidl-Textillieferanten. Sämtliche Kosten für die Teilnehmer des in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführten Projektes wurden von Lidl getragen.

Dabei wurden der Ressourcenverbrauch der Standorte systematisch erfasst, Leistungsindikatoren definiert und individuelle Einsparpläne entwickelt. Für die Erfassung der eingesetzten Wassermengen wurden beispielsweise Wasserzähler installiert.

Plastikmüll in Weltmeeren und Gewässern ist ein globales Problem. Um ihren Beitrag zur Beseitigung von Plastikmüll zu leisten, hat die Schwarz Gruppe im Rahmen ihrer Plastikstrategie REset Plastic mit der Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V. (OEOO) und dem lokalen Spezialisten für Abfall- und Kreislaufwirtschaft PT Wasteforchange Alam Indonesia ein Flussreinigungsprojekt im indonesischen Bekasi ins Leben gerufen.

Das Projekt wurde im Berichtszeitraum intensiv vorbereitet und wird noch im Geschäftsjahr 2020, zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren, in die Umsetzung gehen. Mit Hilfe von sogenannten SeeHamstern – eigens hergestellten und mit Elektromotor ausgestatteten Katamaranen, die über Photovoltaik geladen werden – werden die Flüsse und Uferbereiche in Bekasi abschnittsweise von Abfällen befreit, um zu verhindern, dass diese ins Meer gelangen und in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Die Schwarz Gruppe finanziert das gesamte Projekt und bringt ihr Know-how und Netzwerk im Bereich Plastik ein. Perspektivisch soll die Initiative an lokale Akteure übergeben werden und so auch Arbeitsplätze vor Ort schaffen. 

Mit der Beteiligung an „Project STOP“ unterstützt die Schwarz Gruppe im Rahmen ihrer Plastikstrategie seit März 2019 zudem die führende Initiative zur Vermeidung von Plastikmüll in Ozeanen. Zusammen mit betroffenen Städten entwickelt die 2017 gegründete Initiative effektive Wertstoffmanagementsysteme und hilft mit Geldern und Expertise bei ihrer Realisierung.

Das erste Projekt startete im April 2018 in der indonesischen Küstenregion Muncar, zwei weitere Partnerstädte kamen Ende 2019 hinzu. Neben den positiven Effekten für die Umwelt profitiert die lokale Bevölkerung dabei auch von den entstehenden Arbeitsplätzen. 

Mit der Beteiligung an „Project STOP“ unterstützt die Schwarz Gruppe im Rahmen ihrer Plastikstrategie die Vermeidung von Plastikmüll in Ozeanen.

Auch das Tochterunternehmen PreZero der Umweltsparte GreenCycle setzt sich für weltweiten Meeresschutz ein. In Kooperation mit dem WWF werden sogenannte Geisternetze – die am Meeresgrund liegengeblieben sind – aus der Ostsee geborgen und verwertet. Daneben unterstützt das Unternehmen das WWF-Meeresschutzprogramm bei der Vermeidung und Entsorgung von Plastikmüll in Südostasien.

In den hochsensiblen Meeresschutzgebieten und Nationalparks der vietnamesischen Insel Phu Quoc werden Müllvermeidungsmaßnahmen im Touristiksektor und der mittelfristige Aufbau eines Abfallmanagementsystems vorangetrieben. In der Provinz Long An bringt PreZero seine fachliche Expertise bei der Installation von Systemen zur Verwertung von Abfällen und Wertstoffen ein. 

Gemeinsam mit dem WWF birgt PreZero sogenannte Geisternetze aus der Ostsee.
Gemeinsam mit dem WWF birgt PreZero sogenannte Geisternetze aus der Ostsee.

Kaufland in Bulgarien unterstützte im Jahr 2018 die erste maritime Windsurfing-Challenge WIND2WIN in Bulgarien als Hauptsponsor – mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf die Verschmutzung des Schwarzen Meers durch Plastik zu lenken. Während der Challenge untersuchte ein Team von Meeresbiologen das Schwarze Meer.

Im Rahmen des Wettkampfs wurde ein Dokumentarfilm gedreht, der zur Sensibilisierung für das Thema genutzt wird. Als Folgeaktion sammelten 2019 freiwillige Helfer von Kaufland Bulgarien Seite an Seite mit den Surfern fast 700 Kilogramm Abfall ein. Auch Kaufland Rumänien setzt sich für saubere Gewässer ein und initiiert seit mehreren Jahren Aktionen zur Entfernung von Plastikabfällen vor der Schwarzmeerküste und an Seeufern.

Kaufland in Bulgarien macht gemeinsam mit der Windsurfing-Challenge WIND2WIN auf die Verschmutzung des Schwarzen Meers aufmerksam.
Kaufland in Bulgarien macht gemeinsam mit der Windsurfing-Challenge WIND2WIN auf die Verschmutzung des Schwarzen Meers aufmerksam.

Lidl Portugal engagiert sich mit dem Projekt TransforMAR gemeinsam mit diversen Partnern aus Politik und Gesellschaft für saubere Atlantikstrände und eine Sensibilisierung der Bevölkerung für Plastikreduktion und -recycling.

Durch das Aufstellen von aus Plastikmüll hergestellten Sammelcontainern an den Stränden und die Honorierung umweltbewussten Verhaltens erzielte Lidl Portugal im Berichtsjahr 2019 bereits beachtliche Erfolge: Bisher konnten auf diesem Weg mehr als 267.000 Teile Plastikmüll eingesammelt und recycelt werden.

Landnutzung & Biodiversität

Jan Plagge,
Präsident Bioland e.V.

Der Verlust der biologischen Vielfalt stellt eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit dar: So bieten beispielsweise nur funktionsfähige und biologisch vielfältige Ökosysteme die Möglichkeit zur dauerhaften Produktion von Lebensmitteln. Als Grundlage für einen zukunftsfähigen Lebensmittelhandel sind sie essenziell. Bei Bioland stehen wir für eine geschützte Biodiversität und setzen uns für eine nachhaltige Landnutzung ein – wir freuen uns, in dieser Bestrebung mit Lidl kooperieren zu können.

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Über
420.000 m²

Blühflächen haben Lidl und die Schwarz Produktion bereits in Deutschland geschaffen (2018 – 2019)

Umsetzungen und Maßnahmen

Um gemeinsam mit Erzeugern den Schutz und Ausbau der Biodiversität beim Lebensmittelanbau zu fördern, ist Kaufland Kooperationspartner der Bodensee-Stiftung und des Global Nature Fund und engagiert sich darüber hinaus in der EU-weiten Initiative „Biodiversität in Standards und Labels für die Lebensmittelbranche“.

Für Tests im Praxisbetrieb arbeitet Kaufland mit unterschiedlichen Erzeugern zusammen und hat mit ersten Landwirten konkrete Maßnahmen wie die Ausweitung von Blühstreifen oder den verstärkten Anbau unempfindlicher Nutzpflanzen umgesetzt. Im Fokus steht dabei, die Maßnahmen nach den lokalen Gegebenheiten wie der Bodenbeschaffung oder der Anbau- und Flächengröße auszurichten.

Zur Unterstützung der Landwirte nimmt Kaufland an der Pilotierung des von der Bodensee-Stiftung entwickelten Biodiversity Performance Tools (BPT) teil. Dieses hilft den landwirtschaftlichen Produzenten dabei, die aktuelle Situation ihrer Felder in Bezug auf die Biodiversität zu erfassen und zu bewerten, entsprechende Maßnahmen für einen individuellen Biodiversity Action Plan auszuwählen und die Ergebnisse der Maßnahmen zu protokollieren. Das Tool kann auch bei externen Auditierungen unterstützen. Kaufland hat das BPT bereits bei zwei Lieferanten eingeführt, das Ausrollen auf weitere Lieferanten ist in Planung.

Im Rahmen der 2018 gegründeten Initiative Lidl-Lebensräume sensibilisiert Lidl Deutschland seine Kunden und Lieferanten für die bedrohte Artenvielfalt und leistet einen Beitrag für den Schutz von Wildbienen und anderen Nützlingen.

Im Januar 2019 wurde das Programm von den Vereinten Nationen als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Das Programm basiert auf vier Modulen:

  • Anlegen von Blühstreifen in Zusammenarbeit mit Produzenten und Lieferanten
  • Naturnahe Umgestaltung eigener Lidl-Grundstücke
  • Bienenfreundliche Pflanzen und Saatmischungen im Sortiment
  • Optimierung von Pflanzenschutzmaßnahmen
Die Schwarz Produktion fördert mit der Aufstellung von eigenen Bienenstöcken den Bestand heimischer Honigbienen.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung: 2018 und 2019 hat Lidl an 30 Logistikzentren in Deutschland über 140.000 Quadratmeter Blühflächen geschaffen.

Die Schwarz Gruppe setzt sich für den Erhalt biologischer Vielfalt ein.

Auch die Schwarz Produktion fördert an ihrem Werksgelände in Roßbach (Burgenlandkreis) zielgerichtet die Biodiversität vor Ort. Eine Gesamtfläche von 275.000 Quadratmeter wird dabei entweder mit konkreten Maßnahmen wie Blühflächen und natürlicher Beweidung nachhaltig bewirtschaftet oder vollständig der Natur überlassen.

22.000 Quadratmeter hiervon sind als Wildblumenfläche angelegt, auf einem weiteren Teil dieses Geländes wird zusätzlich durch eine entsprechende Pflege ohne regelmäßige Mahd (sog. Dreifeldermahd) ein dauerhaftes Habitat für Insekten mit einem idealen Nist- und Nahrungsangebot geschaffen. Ergänzend hierzu pflegt eine kleine Herde Alpakas eine zusätzliche Teilfläche von 12.000 Quadratmeter und ermöglicht so eine dauerhafte natürliche und klimaneutrale Beweidung.

Aktuell bestehen Planungen, den Brandschutzstreifen um das Werk ebenfalls als Wildblumenfläche anzulegen und so zusätzlichen Lebensraum von circa 11.500 Quadratmeter für Insekten zu schaffen.

Soja wird als eiweißreiches Futtermittel als zentraler Bestandteil von Tierfutter für die Erzeugung zahlreicher Produkte eingesetzt. Lidl arbeitet daher mit mehreren Landesgesellschaften im Rahmen der „Lidl Soja-Initiative“ intensiv an einer nachhaltigeren globalen Sojaproduktion. Hier fördert Lidl in Zusammenarbeit mit den Non-Profit-Organisationen ProTerra Foundation, Roundtable on Responsible Soy und Donau Soja seit mehreren Jahren im Hauptproduktionsland Brasilien und in Europa die Umstellung auf einen nachhaltigeren Soja-Anbau.

Bis Ende 2019 hat Lidl für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Finnland, Schweden und Dänemark über 700.000 Tonnen Sojabohnen am Ursprung zertifizieren lassen.

Kaufland und Lidl engagieren sich für den Anbau von zertifiziert nachhaltigerem gentechnikfreien Soja.
Kaufland und Lidl engagieren sich für den Anbau von zertifiziert nachhaltigerem gentechnikfreien Soja.

Künftig setzen die Handelssparten der Schwarz Gruppe verstärkt auf in der Europäischen Union angebautes Soja. Um den Anbau von zertifiziert nachhaltigerem gentechnikfreien Soja sukzessive zu fördern, sind Kaufland und Lidl 2019 eine Partnerschaft mit Donau Soja eingegangen. Die Organisation unterstützt langfristig kleinere und mittlere Produzenten bei der Produktion nach einem nachhaltigeren und gentechnikfreien Standard und kann kürzere Transportwege vorweisen.